Familienfeste gebührend nachfeiern: Style-Ideen für Gartenpartys

Sei es noch so praktisch: Plastikteller sind bei einem stilvollen Gartenfest tabu. Stattdessen ist Mix & Match angesagt – zusammengewürfeltes Geschirr. Dabei gefragt: Deko-Talent. 

Ein schöner Tisch für die Gartenparty lebt von harmonischen Farben. Die Blumendekoration sollte nicht zu dominant sein, auf eine Tischdecke kann verzichtet werden. Bild: Gaby Wojciech/Westend61/dpa

Von Katja Fischer, dpa

Berlin. (dpa) Endlich gibt es wieder große Gartenfeste! Nachdem in den vergangenen zwei Jahren Geburtstagsfeiern, Hochzeiten, Kinderfeste oder Motto-Partys verschoben werden mussten, steigt in diesem Jahr die Feierlaune. Da ist es für viele mit einer normalen Grillparty nicht getan. Aber wie gestaltet man eine Festtafel im Garten feierlich, stilvoll und der Umgebung angemessen? Wie schick es zugehen darf, kommt natürlich auf den Anlass an. Für einen Brunch mit Freunden wird man den Tisch anders gestalten als für einen romantischen Abend, eine Hochzeit oder einen runden Geburtstag. „Die Gäste sollen schon spüren, dass es ein besonderes Fest ist, mit dem die Gastgeber sich viel Mühe machen“, findet Björn Kroner-Salié, Florist und Spezialist für Tafelkultur aus Berlin. Allerdings dürfe man nicht übertreiben.

Es darf locker sein

Trotz Nachholbedarf beim Feiern – ein Garten ist kein Luxushotel, wo die Besucher feinste Gedecke, professionell arrangierten Tischschmuck und perfekten Service erwarten. „Wenn man im Freien feiert, gilt immer: Es darf lockerer zugehen, nicht alles muss hundertprozentig durchgestylt sein“, sagt Lioba Wagner vom Porzellanhersteller Villeroy & Boch in Mettlach. Trotzdem gelten natürlich auch im Freien die Regeln des guten Geschmacks. Die erste Frage lautet: Welche Tischdecke ist richtig? „Die Tischwäsche sollte zum Ambiente passen. Also wird es im Garten mitten in der Natur nicht unbedingt die edle weiße Damastdecke sein, sondern eher eine in pastelligen Farben oder mit Blumenmustern“, sagt Björn Kroner-Salié. Sehr effektvoll seien auch Decken mit Schachbrettmuster. „Aber es geht auch ohne Tischdecke, wenn ich zum Beispiel einen Holztisch mit einer schönen Oberfläche habe.“ „Servietten sind für eine festliche Sommertafel ein absolutes Must-have“, sagt André Neiß, Geschäftsführer der Porzellanmanufaktur Fürstenberg.„Sie sollten zum Gesamtbild passen und nach Möglichkeit aus Stoff sein. Dann fliegen sie im Sommerwind nicht herum, und nachhaltiger als Papierservietten sind sie außerdem.“

Frei kombinieren, Akzente setzen

Dann die Frage des Geschirrs: „Der Klassiker ist natürlich einheitliches Porzellan für alle Gäste“, meint Neiß. Aber kaum jemand hat heute noch ein zwölfteiliges Speiseservice im Schrank, wie es die Oma noch besaß. Stattdessen finden sich bunt zusammengewürfelte Teller, Schüsseln und Gläser – zum Teil eben doch noch von Oma. „Genau richtig“, findet Björn Kroner-Salié. „Alles, was man hat, frei zu kombinieren, ist eine Möglichkeit, seine eigenen Akzente zu setzen.“ Es ist außerdem modern, weil nachhaltig. Man nennt es Mix & Match. Dabei werden verschiedene Porzellane in Form und Farbe kombiniert. Allerdings braucht man schon ein gewisses Deko-Talent, um die Teile möglichst zusammenpassend zu platzieren. Wer es besonders festlich mag, sollte das Mix & Match nicht auf die Spitze treiben. Kroner-Salié rät, sich dann auf zwei Motive oder Materialien zu beschränken. „Es muss nicht unbedingt herkömmliches Geschirr sein. Gerade für den Einsatz im Freien eignen sich multifunktionale Teile wie Platten, Becher und Bowls besser als ein ganzes Service“, meint Lioba Wagner von Villeroy & Boch. „Sie passen gut zueinander, wenn sie in einer Farbfamilie oder aus ähnlichen Materialien wie Steingut oder Keramik gefertigt sind.“ Gut harmonieren oft Teile aus verschiedenen Serien eines Herstellers, weil sie gleiche oder abgestimmte Farbtöne haben. „Das schafft eine elegante Verbindung zwischen den Serien ebenso wie zwischen dekorierten und weißen Teilen“, erläutert Fürstenberg-Geschäftsführer Neiß. Wer farbiges, sommerlich anmutendes Porzellan auflegt, könne es zusätzlich mit farbigen Kristallgläsern kombinieren. „Damit entsteht ein schöner Spannungsbogen, und jede weitere Dekoration kann zurückhaltend sein.“ So praktisch es auch sein mag, Geschirr oder Besteck aus Plastik sind bei einer stilvollen Gartenparty tabu. „Das ist absolut kein Thema mehr“, stellt Lioba Wagner klar. Schon längst out sind Plastiktrinkhalme – besser ist es, solche aus Glas oder Papier zu verwenden. Zumal die Produktion der Trinkhalme aus Plastik in der EU zur Abfallvermeidung bereits seit 2021 verboten ist. Die Arbeit erleichtert sich, wer die Speisen nicht wie einem Gaststättenbesuch einzeln zu den Gästen an den Tisch bringt. Man kann stattdessen große Platten und Schüsseln aufstellen, von denen sich die Gäste bedienen können. „Besser ist, alle einzubeziehen“, findet Lioba Wagner. So spart sich der Gastgeber viele Wege zwischen drinnen und draußen. Und es macht mehr Spaß, wenn jeder wählen kann, was er will.

Blumen sollen untermalen

Für die Tisch-Deko bieten sich in einem Garten natürlich Blumen an. Auch Zweige und Gräser wirken dekorativ. „Der Blumenschmuck darf aber nicht zu dominant sein“, meint Florist Kroner-Salié. „Blumen sollen sich einfügen, begleiten, untermalen, aber nicht als Hauptdarsteller in der Mitte prangen.“ Der Blumenschmuck sollte möglichst nicht über 30 Zentimeter hoch sein, damit sich die Gäste noch sehen und miteinander reden können. „Auf einer langen Tafel kann man zum Beispiel mehrere Gläser als Band aufstellen und diese mit einer Sorte Blumen füllen.“ Kerzen im Glasbehälter, bunte LED-Lichterketten oder Lampions mit LED-Licht sorgen am Abend für eine stimmungsvolle Atmosphäre. Ebenso wie Solarlampen an verschiedenen Stellen im Garten, die in der Dämmerung von allein angehen. Das kann sehr romantisch sein.  

Passt nicht zusammen? Von wegen: Es liegt im Trend, verschiedenfarbige Geschirrteile zu kombinieren. Bild: Franziska Gabbert/dpa

„Es geht auch ohne Tischdecke, wenn ich zum Beispiel einen Holztisch mit einer schönen Oberfläche habe.“

Björn Kroner-Salié, Florist und Spezialist für Tafelkultur

Bild: Monique Wüstenhagen/dpa

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