Farbe in die Wohnung holen: Welche Dosis darf’s denn sein?

Mehr Farbe für unsere Wohnräume, das ist ein klarer Trend. Aber es wird meistens nicht bunt – und nur ab und zu auffällig. Tipps für neue Farbwelten in den Zimmern.

Blau trifft Orange: Was krass klingt, strahlt Eleganz aus. Bild: Laura Thiesbrummel/COR/dpa

Von Simone Andrea Mayer, dpa

Landsberg/Köln. Es gibt einen Spruch, den hört man immer wieder, wenn man mit Einrichtungsunternehmen und Möbeldesignern spricht: In Deutschland kann man jede Farbe verkaufen – Hauptsache, sie ist grau. Aber jetzt werde das anders, sagen diese Branchenkenner. Jetzt werde es farbig. Aber: „Wenn wir aktuell von mehr Farbe bei der Einrichtung sprechen, bedeutet das in der Regel nicht: bunt“, erklärt Frank A. Reinhardt, Trendforscher und Einrichtungsexperte aus Köln. Vielmehr handele es sich um feine Farbabstimmungen, wie sie auch professionelle Interieur-Designerinnen und  Designer umsetzen. „Das heißt, alle Teile werden sehr genau farblich aufeinander abgestimmt“, so Reinhardt. Eine Möglichkeit, die neue Farbwelt zu gestalten, sind Ton-in-Ton-Kombinationen.„Ich habe zuletzt in den Showrooms der großen trendgebenden Marken viel davon gesehen“, berichtet Trend-Expertin Gabriela Kaiser aus Landsberg am Lech, die Einrichtungsmessen in ganz Europa besucht. Ton in Ton heißt: Es wird eigentlich nur eine Farbe für alle – oder in der Realität eher die meisten – Möbel und Einrichtungsgegenstände ausgewählt. Allerdings tragen die einzelnen Stücke diese gewählte Farbe in verschiedenen Nuancen, die nur leicht voneinander abweichen und daher ein besonders harmonisches und stimmiges Bild ergeben. Gerade die Grünpalette werde hier gerne ausgeschöpft, so Kaiser. Insbesondere im Fokus: Olivgrün. „Ich habe wirklich sehr viel davon entdeckt, aber auch alle anderen
Grüntöne sind wirklich sehr angenehm anzuschauen.“ Die Designerin und Einrichtungsexpertin erklärt die Wirkung so: „Ich finde, das sieht super modern aus – ein Weg, wie sich der moderne und urbane Lifestyle mit der Natur treffen kann.“ Wie die neue Farbgebung aussehen kann, zeigen diese Beispiele von den großen Einrichtungsmessen 2023 in Deutschland und Italien:

■ Beispiel 1: Neutral

Die großen Möbel und Einrichtungsgegenstände im Wohnzimmer sind neutral gehalten. Der Teppich
in Grau, die Couch in Weiß. Einen schönen Kontrast setzen dazu olivfarbene Wände. Auch der Rest ist in Grün gehalten: ein hellgrüner Sessel, mittelgrüne Couchtische, darauf in einer Vase Monstera-Blätter in sattem Grün. Und auf dem Sofa liegen mehrere grüne Kissen. Ein Tipp: Die unterschiedlichen Materialien der Kissenbezüge verstärken die Farbkontraste der verschiedenen Grüntöne. Ein paar Kissen sind kuschelig befellt, die anderen glatt und glänzend. Dieser Kombi-Ratschlag gilt auch für Möbel: Eine glänzend grüne Oberfläche wirkt anders als ein ähnlicher Ton eines matten Stücks.

■ Beispiel 2: Hellgrün und Grau

Hellgrüne Highlights werten hier eine mehrheitlich in Grau gehaltene Wohnzimmerkombination auf. Auf dem hellgrauen Sofa liegt eine flauschige, samtig schimmernde grüngelbe Decke. Auf dem grünen Couchtisch stehen pastellig hellgrüne Vasen-Arrangements. Es gibt aber auch ein paar mutigere Einrichtungsbeispiele von den Messen – die ebenfalls gerade auch aufgrund der fein abgestimmten Tonin-Ton-Kombination der Farben Eindruck machen.

„Ich finde, das sieht super modern aus – ein Weg, wie sich der moderne und urbane Lifestyle mit der Natur treffen kann.“
Trend-Expertin Gabriela Kaiser über die Farbe Grün

■ Beispiel 3: Blau und Orange

Leuchtend blaue Sofas treffen auf orangefarbene Tische und Accessoires. Diese ungewöhnliche Kombination wirkt stimmig, da die Wohnstylisten so den rotorangefarbenen Fliesenboden des Zimmers mit der Einrichtung in Verbindung setzen. Und korrespondierend zum Blau der Sitzmöbel wurden die Wände in leuchtendem Blau gestrichen.

■ Beispiel 4: Rosa für Mutige

Eine Alternative passend zum derzeitigen Rosa-Barbie-Hype, die etwas für Designmutige ist: grauer
Sessel und Hocker vor satt rosa gestrichenen Wänden. Dazu ein orangefarbener Beistelltisch. Tipp: Ungewöhnliche Farbakzente an Möbeln, wie in diesem Beispiel die roten Füße von Sessel und Hocker, ein weiteres Mal im Raum aufgreifen. Hier mit einer direkt daneben stehenden Leselampe auch in Rot.

■ Beispiel 5: Rosa und Beige

Apropos Barbie-Trend – eine rosa Einrichtung, ohne es damit zu übertreiben, das geht so: Ein beiges Sofa bekommt sattrosa Zierkissen. Daneben ein orangerosa Beistelltisch mit farblich perfekt passenden Accessoires.

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