Pollen, Staub und Milben: Was Allergikern beim Putzen hilft

Allergene lassen sich zu Hause meist nicht gänzlich entfernen. Dennoch gibt es Möglichkeiten, die Belastung mit Pollen und Hausstaub spürbar zu reduzieren und so akute allergische Reaktionen zu verhindern.

Staubsauger mit einem HEPA-Filter haben den Vorteil, dass sie Staubpartikel und Pollen fast komplett zurückhalten – anstatt sie mit der Abluft des Gerätes wieder auszupusten. Bild: Franziska Gabbert/dpa

Von Evelyn Steinbach, dpa

■ Tipp 1: Pollen draußen lassen

Das klingt banal, ist aber natürlich der wichtigste Tipp beim Eigenschutz für Pollen-Allergiker: Man sollte besonders zur Hochsaison im Frühling vermeiden, dass Mehl-feiner Blütenstaub durch offene Türen und Fenster in die Zimmer fliegt. Ein Windfang vor der Haustür und besondere Pollenschutzgitter am Fenster helfen, die Innenräume zu schützen. „Auch Luftreiniger können Pollen reduzieren“, sagt Sonja Lämmel vom Deutschen Allergie- und Asthmabund. Moderne Geräte verringern zudem den Anteil an Milben und Feinstaub in der Luft.

■ Tipp 2: Täglich Eingangsbereich gegen Pollen wischen

Aber Blütenstaub haftet auch an unserer Kleidung und den Schuhen, den Katzen und Hunden – kommt so also unweigerlich ins Haus. „Eingangsbereich und Flur sind daher besonders mit Pollen belastet“, sagt Heike Behrbohm von der Deutschen Haut- und Allergiehilfe. Damit sich Pollen hier gar nicht erst anhäufen, rät die Expertin, die Böden täglich zu reinigen.

■ Tipp 3: Fensterputzen nach Pollenflugvorhersage

„Fensterputzen sollte man auf Tage mit geringem Pollenflug verlegen“, rät Heike Behrbohm. Dabei helfen Wettervorhersagen, die den Pollenflug betrachten, zum Beispiel den „Pollenflug-Gefahrenindex“ vom Deutschen Wetterdienst. Auch die Uhrzeit spielt eine Rolle: „In der Stadt ist die Pollenflugdichte eher am Abend hoch, auf dem Land frühmorgens.“

■ Tipp 4: Gegen Hausstaub erst saugen, dann wischen

Hausstaub sammelt sich dort an, wo sich Menschen häufig und lange aufhalten: im Schlafzimmer, Wohnzimmer und Kinderzimmer. Behrbohm von der Deutschen Haut- und Allergiehilfe empfiehlt: „Erst saugen, dann wischen.“ So vermeidet man, dass beim Durchqueren des Zimmers immer wieder Staub aufgewirbelt wird, der sich direkt wieder auf den frisch geputzten Böden absetzt.

■ Tipp 5: Staubsauger mit HEPA- Filter oder Wasser

Gerade in Teppichen kann sich viel Staub ansammeln. Daher sagt Sonja Lämmel vom Deutschen Allergie- und Asthmabund: „Kurzflorige Teppichböden müssen regelmäßig gesaugt werden.“ Langhaarteppiche sollten Allergiker sogar möglichst vermeiden, weil sich darin zu viel Staub sammelt. „Allergiker sollten einen Staubsauger mit HEPA-Filter und möglichst großem Rückhaltevermögen verwenden“, rät die Expertin. Das bedeutet, dass sie nicht direkt wieder einen großen Anteil der eingesaugten Allergene mit der Abluft des Gerätes auspusten. Filter der Klasse 11 halten 95 Prozent der Staubpartikel, Milben und Pollen zurück, Filter der Klasse 13 sogar 99,95 Prozent. Schwachstellen bleiben aber Saugrohr, Schlauch und Gehäuse. „Die größte Gefahr geht vom Wechseln des Staubsaugerbeutels aus“, sagt Behrbohm. Allergiker sollten das daher am besten jemand anderem überlassen. Noch sicherer ist ein Staubsauger mit Wasserfilter. „Der Staub wird in Wasser gebunden und mit dem Schmutzwasser entsorgt, ohne aufzuwirbeln“, erklärt Behrbohm. Die Alternative sind Modelle mit einem Sprühsaug-System. Sie reinigen Böden und Polster feucht und saugen im gleichen Arbeitsgang die Restfeuchte wieder auf.

■ Tipp 6: Anti-Staub-Tücher

Glatte Flächen lassen sich am besten mit Anti-Staub-Tüchern abstauben. „Sie ziehen den Staub, anstatt ihn aufzuwirbeln“, erklärt Behrbohm. Zwar sind die Einmaltücher zum Wegwerfen praktisch, erzeugen aber viel Müll. „Nachhaltiger ist es, mit einem Mikrofasertuch beziehungsweise einem gut ausgewrungenen Lappen feucht zu wischen“, sagt die Expertin. Lämmel rät Milben-Allergikern, während und nach den Reinigungsarbeiten zu lüften. Aber auch sonst ist das regelmäßige Lüften für Hausstaub-Allergiker sinnvoll. Dadurch erhöht sich die Luftfeuchtigkeit im Raum, wodurch Staub besser gebunden wird.

■ Tipp 7: Den guten alten Haushaltskittel tragen

Wer als Allergiker selbst zu Staubsauger und Wischer greifen muss, sollte Schutzkleidung tragen. Lämmel empfiehlt „wie zu Omas Zeiten einen Kittel zu tragen“. Er lässt sich danach direkt ausziehen und waschen – und die Pollen verbreiten sich über die Alltagskleidung nicht weiter. „Auch eine Maske kann von Vorteil sein“, sagt die Expertin. Sie verhindert, dass sehr kleine, leichte Partikel in der Luft eingeatmet werden. Zusätzlich hilft eine Schutzbrille. „Empfindliche Haut sollten zudem durch Baumwollhandschuhe und eine gute Basispflege geschützt werden.“

■ Tipp 8: Nicht übertreiben

Trotz Allergie sollte „das Reinigen aber nicht übertrieben werden“, so Sonja Lämmel. Eine hygienisch rein geputzte Wohnung sei nicht erforderlich. Sie könne sogar eine Ursache für eine erhöhte Allergieneigung sein, sagt die Expertin. Auch mit Desinfektionsmitteln sollten Allergiker sparsam umgehen. 

Zum Abstauben verwendet man am besten spezielle Anti-Staub-Tücher. So lässt sich vermeiden, dass der Staub beim Putzen aufgewirbelt wird. Bild: Christin Klose/dpa

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