Schutz gegen Einbrecher: Wie man Keller und Garagen sicherer macht

Da können Haustür und Wohnungsfenster noch so gut gegen Einbrecher gesichert sein: Wenn Keller und Garage außer Acht gelassen werden, haben Eindringlinge oft leichtes Spiel. So schützen Sie Ihr Haus.

Ein Kellereingang liegt oft etwas versteckt und eher im Dunkeln – und ist auch deswegen ein guter Einstiegsort für Einbrecher. Deshalb sollte man Schutzmaßnahmen ergreifen, um es ihnen schwerzumachen. Bild: Silas Stein/dpa

Von Katja Fischer, dpa

Berlin/Stuttgart. Keller und Garagen sind beliebte Einstiegswege bei Einbrechern. Denn sie wissen: Anders als Fenster, Terrassen- und Haustüren sind die Zugänge hier oft weniger gesichert. Kellereingänge sind zudem häufig schwer einsehbar und schlecht beleuchtet. Eindringlinge fühlen sich deshalb sicher und unbeobachtet. Die Polizei rät, Kellertüren und Garagentoren die gleiche Aufmerksamkeit zu widmen wie dem übrigen Haus. „Die Kette ist immer nur so stark wie ihr schwächstes Glied“, sagt Harald Schmidt, Geschäftsführer der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes in Stuttgart. „Was bringt es, sein Eigentum wie Fort Knox zu sichern, wenn dabei die Kellertür vergessen wird?“ Um wirklich sicher zu sein, müssten alle Schwachstellen in der Gesamtkonstruktion vermieden werden. Und das sind eben oft Garagen und Keller.

Vom Keller direkt ins Haus

Garagen sind für Einbrecher aus zweierlei Gründen interessant. Zum einen können sie häufig von dort aus leicht ins Wohnhaus gelangen. „Oft gibt es eine Verbindungstür“, sagt Helmut Rieche, Vorsitzender der Initiative für aktiven Einbruchschutz „Nicht bei mir!“. Selbst wenn es keine Verbindungstür zur Wohnung gibt oder diese gut gesichert ist, finden Diebe in Garagen bereits wertvolle Dinge wie Fahrräder, Altmetall oder Werkzeuge. „Und natürlich Autos“, so Helmut Rieche. „Es ist wichtig, das Auto in der Garage so abzustellen, wie man es auf der Straße tun würde, also immer abgeschlossen.“ Das gilt auch für Fahrräder: Sie sollten in der Garage angeschlossen werden. Auch Keller sind attraktiv für Kriminelle, weil dort häufig wertvolle Dinge abgestellt werden, für die in der Wohnung kein Platz ist. Zum Beispiel Sport- und Campingausrüstung oder technische Geräte. Zudem finden sich hier oft Zugänge zur Wohnung, die leicht zu überwinden sind. „Kellertüren stellen in vielen Fällen kein wirkliches Hindernis für Einbrecher dar, weil sie zu dünne Türblätter haben, die leicht eingetreten werden können. Hier sollte man nicht am falschen Ende sparen“, sagt Helmut Rieche. Eine hochwertige Kellertür, die mindestens die Widerstandsklasse RC 2 hat, wie sie auch für Haustüren empfohlen wird, hält Diebe weitgehend draußen.

Kellerfenster, Lichtschächte sichern

„Wer diese Investition scheut, sollte seine Kellertüren aber mindestens mit Querriegeln nachrüsten, die nur von innen verschlossen werden“, rät Rieche. Massive Schubriegel, starke Vorlegestangen aus Holz oder Profilstahl im oberen und unteren Türdrittel zeigen ebenfalls Wirkung. „Auch bei Türen gilt: Jede Tür ist nur so sicher wie ihr schwächstes Bauteil.“ Wichtig ist auch, Kellerfenster und Lichtschächte genauso wie alle anderen leicht erreichbaren Fenster im Haus zu sichern. „Es ist empfehlenswert, nicht von außen zu öffnende Kellerfenster zu vergittern oder von innen durch mindestens drei Millimeter starke Stahllochblenden, so genannte Mäusegitter, zu sichern“, so Helmut Rieche. Als Verschlusssicherung geeignet sind Vorhängeschlösser oder verschraubte Bolzen. „Hintergreifhaken, wie sie zum Beispiel für Kellertüren empfohlen werden, greifen beim Verschließen in stabile, mit dem Rahmen verschraubte Stahlschließbleche“, erklärt Rieche. „Wichtig ist dabei auch, dass sowohl die Schlossseite als auch die Bandseite der Tür gleichermaßen gesichert ist.“ All diese Sicherheitsmaßnahmen sollten möglichst von einem Fachmann oder zumindest nach der Anleitung des Herstellers fachgerecht ausgeführt werden. Denn die Technik ist durchaus anspruchsvoll.

Elektronik ersetzt keine Schlösser

Die Versicherungen, die im Schadenfall für Diebstahlverluste aufkommen sollen, schauen genau hin, wie die Gebäude gesichert sind. Vor allem, wenn besonders hohe Versicherungssummen im Spiel sind. „Es gibt zwar keine einheitlichen Vorgaben. Was hier vereinbart wird, liegt im Ermessen des jeweiligen Versicherers“, erklärt Anja KäferRohrbach, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin. „Es kann aber durchaus im Vertrag stehen, dass Außentüren und Fenster mindestens die Widerstandsklassen RC 2 oder RC 3 aufweisen müssen.“ Grundsätzlich sei der Versicherungsschutz in Gefahr, wenn die Bewohner vorsätzlich oder grob fahrlässig handelten, weil sie zum Beispiel während ihrer Abwesenheit Fenster offengelassen oder den Haustürschlüssel für die Diebe auffindbar platziert haben. Oft werden Bewegungsmelder oder Überwachungskameras installiert, um Diebe abzuschrecken oder beim Einbruch zu beobachten. Dabei ist allerdings wichtig, dass alle Zugänge zum Gebäude gleichermaßen überwacht werden, also auch die Keller- und Garagentüren sowie Keller- und Garagenfenster. „Elektronik kann eine gute zusätzliche Möglichkeit sein, das Haus zu schützen“, sagt Anja Käfer-Rohrbach. Aber sie ersetzt nicht den umfassenden mechanischen Schutz mit Pilzzapfen an den Fenstern, Querriegeln und guten Schlössern an den Türen. „Einbrecher haben wenig Zeit. Wenn sie zwei Minuten an einem Fenster herumwerkeln müssen, um es zu öffnen, lassen sie hoffentlich davon ab.“ 

„Die Kette ist immer nur so stark wie ihr schwächstes Glied. Was bringt es, sein Eigentum wie Fort Knox zu sichern, wenn dabei die Kellertür vergessen wird?“

Harald Schmidt, Geschäftsführer der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes Bild: Polizeiliche Kriminalprävention/ dpa 

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